|
Kleine Sägengeschichte |
Die singende Säge wird im Französischen La scie
musicale oder lame sonore, im Englischen
Musical Saw genannt. Die genauen Ursprünge ihrer
Geschichte liegen im Dunkeln. Vermutlich wurde ihr Klang zu
Beginn des 20. Jahrhunderts zeitgleich von Holzfällern
mehrerer Kulturen (Skandinavien, Südamerika,...) entdeckt.
Fest steht, dass die "Weaver Brothers" die Singende Säge
1919 in einer Vaudeville-Show einsetzten und damit durch die
USA und Europa tourten.
Clarence
Mussehl sah und hörte diese Show und begann umgehend, das
Sägespiel zu erforschen und die Entwicklung des Instruments
voranzutreiben. In den 20er-Jahren setzte ein Boom ein, es
wurden über 20.000 Musiksägen weltweit verkauft. Inzwischen
gab es S ägenfabriken in den USA, England, Frankreich,
Deutschland und Schweden. Als Marlene Dietrich 1927 in Wien
den Film "Café Electric" drehte, lernte sie
von dem
bayerischen Schauspieler und Musiker Igo Sym das
Spielen auf
der Singenden Säge. Gewissermassen setzte sie damit ihr
abgebrochenes Violinstudium fort und hatte jahrzehntelang
den Ruf, die First Lady auf der Singenden Säge zu sein.
Als
sie im 2. Weltkrieg bei den Shows zur Unterstützung der
amerikanischen Truppen auftrat, hatte sie die Singende Säge
immer dabei. Bei den Radio-Shows 1944/45 unterhielt sie
ebenfalls das Publikum mit ihrem Sägenspiel und mit dem
Kommentar, dass sie gerne einmal mit der Säge in der
Carnegie Hall auftreten würde... |
|
|