Katharina Micada

Singende Säge - Musical Saw

 
   
Kleine Sägengeschichte
Die singende Säge wird im Französischen La scie musicale oder lame sonore, im Englischen Musical Saw genannt. Die genauen Ursprünge ihrer Geschichte liegen im Dunkeln. Vermutlich wurde ihr Klang zu Beginn des 20. Jahrhunderts zeitgleich von Holzfällern mehrerer Kulturen (Skandinavien, Südamerika,...) entdeckt. Fest steht, dass die "Weaver Brothers" die Singende Säge 1919 in einer Vaudeville-Show einsetzten und damit durch die USA und  Europa tourten. Clarence Mussehl sah und hörte diese Show und begann umgehend, das Sägespiel zu erforschen und die Entwicklung des Instruments voranzutreiben. In den 20er-Jahren setzte ein Boom ein, es wurden über 20.000 Musiksägen weltweit verkauft. Inzwischen gab es Sägenfabriken in den USA, England, Frankreich, Deutschland und Schweden. Als Marlene Dietrich 1927 in Wien den Film "Café Electric" drehte, lernte sie von dem bayerischen Schauspieler und Musiker Igo Sym das Spielen auf der Singenden Säge. Gewissermassen setzte sie damit ihr abgebrochenes Violinstudium fort und hatte jahrzehntelang den Ruf, die First Lady auf der Singenden Säge zu sein.
Als sie im 2. Weltkrieg bei den Shows zur Unterstützung der amerikanischen Truppen auftrat, hatte sie die Singende Säge immer dabei. Bei den Radio-Shows 1944/45 unterhielt sie ebenfalls das Publikum mit ihrem Sägenspiel und mit dem Kommentar, dass sie gerne einmal mit der Säge in der Carnegie Hall auftreten würde...